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Die feine englische Art

Quiz Night im Pub: Fragen über Fragen

Quiz Night im Pub: Fragen über Fragen

Wo starb Heinrich der Achte? Welcher Schauspieler war der erste „Dr. Who“? Das sind typische Pub-Quiz-Fragen. Doch die beliebte britische Kneipen-Institution hat einen Todfeind – das Smartphone.

Seit den siebziger Jahren organisieren „publicans“ landauf, landab Quizabende, die den Laden füllen sollen. Das Mitraten macht viel Spaß, vor allem, wenn sich die Teams spontan zusammenfinden. Meist geht es nur um ein paar Freigetränke oder einen bescheidenen Jackpot, der sich aus der Teilnahmegebühr aller speist.

Schon früher sah man den einen oder anderen Mogler, der eine Zeitung einschmuggelte in der Hoffnung, wenigstens auf aktuelle Fragen Antworten zu finden (über Heinrich den Achten steht auch in Großbritannien selten etwas in der Presse). Beliebt machte man sich damit nicht, aber das Geraschel wurde hingenommen. Internetfähige Handys aber sind wirklich ein Regelverstoß. Damit herauszufinden, zu welchem Buch die erste Zeile „Call me Ishmael“ gehört, ist ja wirklich keine Kunst (nicht googeln, die Antwort ist „Moby Dick“). Sich einen solchen Vorteil zu verschaffen, widerspricht dem Fairness-Gebot, das jedem Briten in die Wiege gelegt worden ist. Andererseits hat heute ja fast jeder ein Smartphone, sodass es vielleicht gar nicht mehr um Wissen geht, sondern um Fingerfertigkeit.

Wie dem auch sei, die Kneipenwirte geben nicht kampflos auf. In einem Pub in Dorset, das wir mal zufällig zur Quiz Night besucht haben, wurden zum Entsetzen jüngerer Gäste alle Handys eingesammelt und nach einem umständlichen Verfahren quittiert. Anderswo kommen Plastikboxen auf die Tische, in denen die Teufelsinstrumente für alle sichtbar abgelegt werden müssen. Wieder andere „landlords“ gehen sogar so weit, eine Art Störsender zu installieren, der einen penetranten Ton erzeugt, sobald jemand sein Handy einschaltet. Allerdings erinnert all dies an Aktionen hilfloser Eltern, die den Medienkonsum ihrer Kinder mit technischen Tricks zu vereiteln suchen, statt einfach mal ein Verbot auszusprechen.

Ein Appell ans Ehrgefühl wirkt Wunder. Und eine laute Stimme – für Kneipenwirte kein Problem, oder?

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